Insolvenzspezialisten mit Unternehmergeist
Vor der Gründung ihrer eigenen Sozietät im April 2021 haben Dr. Georg Heidemann und Markus Küthe umfassende und vielfältige Erfahrungen als Fachanwälte und auch als Unternehmer sammeln können. Was die beiden Partner von Heidemann Küthe Rechtsanwälte ausmacht und wie sie sich ergänzen, erzählen sie im Doppel-Interview.
Als die beiden Partner und Gründer von Heidemann Küthe Rechtsanwälte bringen Sie jeweils über 20 Jahre Expertise ein – mit ganz unterschiedlichen beruflichen Stationen. Können Sie, Dr. Heidemann, kurz die wichtigsten aus Ihrer Vita vorstellen?
Dr. Georg Heidemann: Studiert habe ich, wie Markus Küthe auch, an der Universität Bayreuth. Dort habe ich zwei Abschlüsse gemacht – den einen in Rechtwissenschaften und den anderen in Wirtschaftswissenschaften. Diese Kombination kommt mir bei meiner jetzigen Tätigkeit, wo ich täglich mit Unternehmern zu tun habe, sehr entgegen. Nach meinem Referendariat am Landgericht Dortmund und meiner Zulassung als Rechtsanwalt im Jahr 1997 wollte ich mich dann eigentlich in einer Kanzlei bewerben. Leider verstarb zu dieser Zeit aber mein Vater, der Mitgesellschafter und Geschäftsführer eines mittelständischen Textilunternehmens war. In diesen Betrieb bin ich dann eingestiegen. Über 10 Jahre lang war ich schließlich in dieser Unternehmerrolle, eine sehr spannende Zeit. Im Jahr 2007 musste das Unternehmen wegen des Wegfalls einiger Großkunden die Insolvenz beantragen und ich kam persönlich mit dem Thema Insolvenz in Berührung – es war eine harte aber auch interessante Zeit. Das war der Startschuss, um meinen Fachanwalt für Insolvenzrecht zu machen und auf die Kanzleiseite zu wechseln.
Das sind ja spannende Wendungen: Der erste persönliche Schicksalsschlag hat sie sozusagen von der Kanzlei- zur Unternehmensseite gebracht und das zweite einschneidende Erlebnis wieder zur Kanzleiseite zurück – und zwar zu Ihrem heutigen Spezialgebiet.
Dr. Georg Heidemann: Das kann man so sagen. Und diese Historie bringt einen großen Vorteil mit sich: Es ist relativ selten im Restrukturierungs- und Sanierungsbereich, dass ein Fachanwalt auch die Unternehmensseite aus eigener Praxiserfahrung kennt. Ich weiß sehr genau, wie Unternehmensführung geht und wie ein Unternehmer in Krisensituationen denkt und fühlt. Ich kann mich also sehr gut in unsere Mandanten hineinversetzen.
Und dann haben Sie ordentlich Kanzlei-Erfahrung gesammelt.
Dr. Georg Heidemann: Ja genau. Von 2008 bis 2011 war ich in der Krefelder Kanzlei Niering Stock Tömp Rechtsanwälte angestellt und habe sozusagen das Insolvenzrecht von Anfang an gelernt. Das war eine sehr gute und lehrreiche Zeit. Nachdem ich meinen Fachanwalt für Insolvenzrecht im Jahr 2012 absolviert habe, wechselte ich dann zu Kebekus et Zimmermann Rechtsanwälte, einer der größten deutschen Kanzleien im Bereich Insolvenzen, Restrukturierung und Sanierung, die auch hier in Düsseldorf ansässig ist. In dieser Zeit bis zum Jahr 2020 habe ich viele interessante Fälle betreut, unter anderem die Insolvenzverfahren für AirBerlin und für den Steilmann-Konzern. Seit dem 1. April 2021 bin ich nun gemeinsam mit Markus Küthe in eigener Sozietät tätig.
Wie und wo haben Sie beide sich denn kennengelernt, Herr Küthe?
Markus Küthe: Vor rund drei Jahren sind wir uns das erste Mal bei einem Branchen-Event hier in Düsseldorf begegnet. Dort sind wir ins Gespräch gekommen und haben uns auf Anhieb gut verstanden. Wir haben schnell festgestellt: Das passt nicht nur fachlich super, sondern auch menschlich.
Dr. Georg Heidemann: Markus Küthe ist eher der ruhigere, zurückhaltendere Typ und ich bin eher so der impulsive, nach vorne preschende. Wenn ich losrenne, sagt er: Halt, überleg nochmal! Und wenn er überlegt, sage ich: Jetzt lauf schon mal langsam los! Wir ergänzen uns also ziemlich gut (lacht herzlich).
Kommen wir zu Ihrer fachlichen Expertise, Herr Küthe. Wie sehen Ihre wichtigsten Stationen bis zur heutigen eigenen Sozietät aus?
Markus Küthe: Nach meinem Referendariat und zweitem Staatsexamen war ich zunächst, von 2001 bis 2008, für Wellensiek Rechtsanwälte, eine der deutschlandweit renommiertesten, auf Insolvenzrecht und Sanierung spezialisierten Kanzlei tätig – erst in Erfurt, dann in Düsseldorf. 2008 wechselte ich dann zu einer weiteren bekannten Sozietät, Metzeler - von der Fecht, in Düsseldorf. Während dieser Periode war ich auch bestellter Insolvenzverwalter für das Amtsgericht Wuppertal.
Sie waren aber nicht nur auf der Kanzleiseite, sondern haben – genau wie Herr Doktor Heidemann – auch Erfahrungen als Unternehmer gesammelt.
Markus Küthe: Genau. Als praktizierender Rechtsanwalt darf man ja auch ein Unternehmen führen – und diese verantwortungsvolle und spannende Aufgabe habe ich schon früh übernommen: Von 2004 bis 2010 war ich Geschäftsführender Gesellschafter einer Immobiliengesellschaft, die Eigentümerin einer großen Gewerbeimmobilie war.
Wie ging es dann im Jahr 2011 mit Ihrer Karriere weiter?
Markus Küthe: Mit meinem Wechsel zu einer kleineren, auf Restrukturierung und Sanierung spezialisierte Düsseldorfer Kanzlei Boutique, war ich fortan nicht mehr im Auftrag von Gerichten unterwegs, sondern berate seitdem Unternehmen. Vorher war ich selbst Insolvenzverwalter oder habe für Insolvenzverwalter gearbeitet, seit 2011 bin ich der Insolvenzfachmann an der Seite von Unternehmern. Ich habe sozusagen auf die andere Seite der Medaille gewechselt. Für meine Mandaten bringen diese Erfahrungen große Vorteile: Ich kenne sowohl die Perspektive des Beraters und Eigenverwalters als auch die Perspektive des bestellten Insolvenzverwalters sehr gut.
Zum 1. April 2021 haben Sie dann gemeinsam Heidemann Küthe Rechtsanwälte gegründet. Wie ist diese Idee entstanden?
Markus Küthe: Wie Sie sehen, haben wir beide sehr viel Erfahrung und Expertise sammeln können im Bereich Sanierung, Restrukturierung und Insolvenz. Und was mindestens genauso wichtig ist: Es passt auch menschlich sehr gut zwischen uns beiden. Die Lust und der Wunsch, daraus etwas Eigenes zu machen und die Richtung selbst zu bestimmen, wurden immer größer. Die logische Konsequenz ist nun die Sozietät Heidemann Küthe Rechtsanwälte. Eine Sozietät in einem sehr repräsentativen Umfeld: Auf der Düsseldorfer Cecilienallee haben wir in einem historischen Gebäude, dem ehemaligen Sitz der UBS Bank, zwei Etagen mit rund 600 Quadratmetern Bürofläche angemietet. Hohe Decken und Türen, Parkettboden, Mobiliar vom Feinsten – ein sehr schöner Ort, wo sich unsere Mandanten und wir uns wohlfühlen können. Und unser Team langsam und kontinuierlich weiter aufbauen können.
Dr. Georg Heidemann: Düsseldorf ist das NRW-Zentrum für unseren Fachbereich und passt daher als Standort auch sehr gut. Unsere neue Repräsentanz passt zudem ideal zu unseren Markenwerten – vor allem Stärke. Wir beide sind ausgewiesene Experten auf unserem Fachgebiet. Das Thema Restrukturierung ist sehr haftungsträchtig und man kann theoretisch viele Fehler machen. Diese Handwerksfehler passieren uns aber nicht. Wir sind berechenbare, vertrauensvolle, kompetente und solide Berater eines Unternehmers, der eine Krisensituation entweder umschiffen oder durchfahren will. Genau für diese Herausforderungen sind wir die richtigen Partner.
Autor: Tom Corrinth | Bilder: Judith Wagner